Die Fakten zur Corona-Impfung: Das sollten Sie für eine rationale Impfentscheidung wissen

Die Fakten zur Corona-Impfung: Das sollten Sie für eine rationale Impfentscheidung wissen

28. Mai 2021 Aus Von m.i

(Stand: Ende Mai 2021)

Nachdem gegen Ende des Jahres 2020 mit Impfungen gegen das SARS-CoV-2-Virus begonnen wurde, liegen inzwischen zu den bisher zur Anwendung gekommenen neuartigen Covid-19-Impfstoffen erste empirische Erkenntnisse vor. Diese sollte man kennen, wenn man eine rationale Impfentscheidung fällen will. Vorausschickend sei erwähnt, dass die mRNA- und Vektorimpfstoffe von Biontech, Moderna, Astrazeneca und anderen Herstellern zwar gewisse Unterschiede aufweisen, aber in einer wesentlichen  Sache gleich sind. Beide Impfstoff-Varianten bringen den Körper selbst dazu, Spike-Proteine des SARS-Cov-2-Virus herzustellen, gegen das anschließend vom Immunsystem Antikörper gebildet werden (sollen). Diese neuartige Technologie wurde vor Covid-19 noch nie als Impfstoff für Menschen zugelassen. Auch jetzt liegen nur bedingte Zulassungen vor. Manche sprechen sogar davon, dass die neuartigen Impfstoffe eher einer Gentherapie gleichen, was aber im Folgenden kein Argument sein soll.   

Eine Impfentscheidung sollte vernünftigerweise auf einer individuellen Abwägung von Nutzen einerseits und Risiken andererseits beruhen. Indivduell bedeutet hierbei, dass je nach Alter und Vorerkrankungen beide Dimensionen unterschiedlich bewertet werden können.  

Was wissen wir über die Wirksamkeit der neuen Impfstoffe?

Zunächst ist es so, dass die Impfstoffe grundsätzlich eine gewisse Wirksamkeit besitzen. Die relative Risiko-Reduktion (RRR) beträgt je nach Impfstoff und Studie durchaus zwischen 67 % und 95 %. Damit ist das relative Risiko, an Covid-19 zu erkranken, um einen Faktor 3 bis 20 geringer als ohne Impfung. Allerdings zeigen Werte für die absolute Risikoreduktion (ARR) aus den Studien eine Reduktion um nur rund einen Prozentpunkt, was dann übersetzt in die Anzahl der zu Impfenden bedeutet: Man muss ca. 100 Menschen impfen, um eine einzige Infektion zu verhindern.

Der absolute Effekt fällt so gering aus, weil die Wahrscheinlichkeit sich überhaupt anzustecken in den Zeitfenstern der zugrunde liegenden Studien sehr gering war (auch nur rund 1 %). Von Seiten pauschaler Impfbefürworteter wird argumentiert, dass man früher oder später dem Virus ausgesetzt sein würde und deshalb das Infektionsrisiko ohne Impfung quasi 100 % betragen würde. Dies aber ist aus den folgenden Gründen nicht zutreffend: Erstens gibt es eine große Anzahl von Menschen, die bereits durch vorhandenene Antikörper oder T-Zellen immun sind. Diese Menschen sind größtenteils vor Infektionen geschützt. Zweitens hängt die Ansteckungwahrscheinlichkeit auch davon ab, wie verbreitet das Virus ist (im Moment eher gering) und wie man sich in potenziellen Ansteckungssituationen schützt (Abstand, Hygiene). Drittens ist schließlich auch die Dauer des Schutzes durch die Impfung entscheidend. Beträgt dieser etwa nur sechs Monate (wovon manche ausgehen), so darf auch nur ein Zeitintervall von sechs Monaten zugrundegelegt werden, um die Ansteckungswahrscheinlichkeit zu bestimmen. Insgesamt liegt diese also weit unter 100 %. Damit ist die ARR zwar auf längere Zeiträume gerechnet vielleicht ein bisschen höher als in den bekannten Studien, weil man etwas mehr Gelegenheit hat, sich zu infizieren, aber mehr als ein paar Prozentpunkte dürfte sie nicht betragen.

Dass die neuen Impfstoffe im Sinne der Produktion von Antikörpern nicht perfekt wirken, wurde zuletzt in einer deutschen Studie festgestellt. Hier hatten über 30 % der über 80-Jährigen auch nach der zweiten Impfung keine Antikörper gebildet, während dies bei den unter 60-Jährigen bei 2,2 % der Geimpften der Fall war. Dies weist darauf hin, dass die Impfung umso schlechter wirkt, je älter die Geimpften sind. Ein solcher Effekt ist bereits von der Grippe-Impfung bekannt.

Neben der Wirksamkeit ist für eine individuelle Abwägung des Nutzens entscheidend, wie hoch die Bedrohung durch das Virus überhaupt für die betreffende Person ist. Je jünger die Infizierten, umso milder sind in der Regel die Verläufe. Für einen jungen Menschen gilt also:  Selbst wenn der Impfstoff perfekt wirken würde, wäre sein Nutzen begrenzt, da eine schwere Erkrankung auch ohne Impfung nicht besonders wahrscheinlich ist. Für Ältere und Vorerkrankte gilt: hier könnte der Nutzen höher sein, aber dafür ist ein Schutz durch die Impfung weniger sicher.

Zwischenfazit: In jedem Falle ist der Nutzen der Impfung (abhängig vom Alter in unterschiedlichem Umfang) begrenzt. Dieser Effekt ist ebenso von der Grippe-Impfung her bekannt, weshalb es bisher nie eine Selbstverständlichkeit für alle war, sich gegen die Grippe impfen zu lassen.

Was wissen wir über die Risiken der neuen Impfstoffe?

Sowohl das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) als auch die Eurpoean Medicines Agency (EMA) sammeln Daten zu unerwünschten Impfreaktionen. Beide Stellen dürften allerdings nur einen Teil der Fälle gemeldet bekommen, weil oftmals von Ärzten kein Zusammenhang mit der Impfung mehr angenommen wird oder schlicht die Bequemlichkeit obsiegt. Wir können die dort berichteten Häufigkeiten deshalb als untere Grenze der tatsächlichen Evidenz ansehen. Bei der Datenbank der EMA namens EudraVigilance finden sich sehr versteckt insgesamt weit mehr als 10.000 Todesfälle (sogenannte Verdachtsfälle, Stand 22.5.2021) nach europaweiten Impfungen mit einem der vier bekannten Covid-19-Impfstoffe. Natürlich ist diese Zahl ins Verhältnis zu setzen zu den weit über 100 Millionen verimpften Dosen und manche mögen wohl mit und nicht an der Impfung verstorben sein, aber die Zahl ist für sich genommen durchaus beeindruckend und repräsentiert, ganz grob gesagt, einen Todesfall auf ca. 15.000 Impfungen. Für Deutschland liefert das PEI entsprechende und auch genauere Zahlen. Dort ist von 524 Todesfällen nach Impfungen die Rede, was im Vergleich zu ganz Europa gering erscheint. Das bisher beobachtete Risiko schwerer Impfreaktionen (inkl. Todesfälle) wird auf 2 von 10.000 Fällen über alle Impfstoffe hinweg geschätzt. Hierbei fällt der Impfstoff von AstraZeneca mit 4 von 10.000 allerdings besonders negativ auf. Dazu passt, dass ebenfalls beim PEI ein sogenannter Rote-Hand-Brief von AstraZeneca veröffentlicht wurde, der die unerwünschte Nebenwirkung einer Thrombozytopenie, d.h. einer Blutplättchenarmut, als „häufig“ einstuft (d.h. 1 bis 10 von 100). Soweit zu jenen unerwünschten Reaktionen, von denen man bereits eine Abschätzung der Wahrscheinlichkeit vornehmen kann.

Bezüglich möglicher Langzeitfolgen der Vektor- und mRNA-Impfstoffe liegen überhaupt noch keine systematischen Beobachtungen vor. In der medizischen Literatur werden die folgenden möglichen Langzeitfolgen diskutiert:  

  • ADE (Antibody Dependent Enhancement): Hierbei handelt es sich um eine durch die gebildeten Antikörper hervorgerufene Verstärkung des Krankheitsverlaufes. ADE kann es geben, wenn sich die falschen Antikörper gebildet haben. Die Folgen können dramatisch sein.   
  • Mögliche Unfruchtbarkeit bei Frauen durch die Bildung einer Abwehr gegen das Peptid Syncytin, das bei der Einnistung einer befruchteten Eizelle eine Rolle spielt: Dieser Effekt ist in der Wissenschaft allerdings umstritten, jedoch wäre er besonders dramatisch.
  • Autoimmunerkrankungen: Dadurch, dass beim Produzieren der Spike-Proteine Körperzellen aufbrechen und möglicherweise Antikörper auch gegen diese körpereigenen Stoffe entwickelt werden, könnte eine Fehlprägung der Abwehr erfolgen, was eine unheilbare Autoimmunerkrankung auslöst.  
  • Thrombosen: Dieses Risiko hat sich bereits als real erwiesen, wenngleich man noch keine Häufigkeiten benennen kann. Auch hier muss man davon ausgehen, dass nicht alle Fälle gemeldet werden. Vor kurzem wurde berichtet, dass einer der ersten Menschen, die im Dezember gegen Covid-19 geimpft worden waren, inzwischen 81-jährig an einem Schlaganfall verstorben ist. In der Meldung wurde betont, dass es keinen Zusamenahng mit der Impfung gebe, was aber nur durch eine Obduktion geklärt werden könnte. Sehr wohl könnte aber eine Thrombose die Ursache sein.

Zwischenfazit: Die bereits quantifizierbaren Risiken sind nicht vernachlässigbar und können mit einer geringen Wahrscheinlichkeit lebensbedrohlich sein. Die möglichen Langzeitfolgen wären ebenfalls bedrohlich. Hier hofft man, dass deren Häufigkeit gering bleibt, was aber noch keinesfalls bewiesen ist.  

Insgesamt lässt sich festhalten, dass der Nutzen der mRNA- und Verktorimpfstoffe für viele Menschen gering sein dürfte, während die Risiken deutlich umfangreicher sind als bei herkömmlichen Impfungen. Das Argument, dass man die Impfung als Eintrittskarte für Reisen oder Konzerte benötigt, wurde hier bewusst ausgeklammert, weil es kein medizinisches ist, sondern auf politisch gewollten Einschränkungen beruht, die auch anderweitig überwunden werden können.

Fazit: Die folgenden Personengruppen könnten sich eventuell rationalerweise für eine Imfpung entscheiden:  Senioren mit sehr begrenzter Lebenserwartung, Höchstrisikopatienten, Menschen, die extrem in der Gegenwart leben und die zukünftige Entwicklungen ihres Lebens nicht weiter beachten, und Menschen, die sich gerne für andere aufopfern. Für alle anderen ist es wohl vernünftig, erst einmal abzuwarten, wie sich die (Langzeit-)Risiken der neuen Impfstoffe tatsächlich realisieren, wie sich die Pandemie insgesamt entwickelt und welche möglicherweise risikoärmeren Impfstoffe in der Zukunft noch auf den Markt kommen werden.    

Quellen:

https://www.thelancet.com/journals/laninf/article/PIIS1473-3099(21)00075-X/fulltext

https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.03.03.21251066v1.full-text

https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.03.08.21252200v1

https://www.adrreports.eu/

https://www.pei.de/DE/newsroom/dossier/coronavirus/sicherheitsberichte/9-berichtszeitraum-27-12-bis-30-04.html;jsessionid=9D240B20696715ADA840BDCF853B3F18.intranet222

https://1bis19.de/wissenschaft/was-noch-kommen-koennte/

https://ijvtpr.com/index.php/IJVTPR/article/view/23

https://www.welt.de/vermischtes/article231368423/Erster-gegen-Covid-19-geimpfter-Mann-William-Shakespeare-ist-tot.html